Als Deutschlands erster erfolgreicher Filmpionier gilt Oskar Messter, der das sogenannte "Bewegungstheater" gründete und damit großen Anklang beim Publikum fand. Bereits 1897 hatte er 84 Filme auf den Markt gebracht. In den kommenden Jahren wurde Deutschland auch für das Ausland ein begehrter Ort, da dort die Entwicklung der Geräteproduktion schneller voranging als im Ausland. Daraus entwickelte sich schon bald ein Verleihsystem, welches 1910 zum Standardablauf in der noch jungen Filmlandschaft gehörte. Die Filmvorführungen verlagerten sich vom Jahrmarkt in neu entstehende Kinos und es kamen erste Filmbücher und -zeitschriften in den Handel. Zudem wurde die Filmzensur eingeführt.
In jenen Jahren wurde der deutsche Markt von Oskar Messters Firma beherrscht, der den ersten deutschen Filmstar Henny Porten unter Vertrag hatte und von Paul Davidsons Projektion-AG Union. Daneben vermarkteten vor allem die französische Gesellschaft Pathé und die dänische Gesellschaft Nordisk erfolgreich ihre Filme in Deutschland.
Der Film wurde in der Entstehungszeit oftmals belächelt, vor allem durch die gestandenen Theaterstars, die den zappelnden Filmdarstellern nur verächtlich von oben herab betrachteten. Paul Davidson versuchte, diesem neuen Medium einen besseren Ruf zu verleihen und engagierte sich dafür, dass angesehene Theaterstücke von bekannten Theaterregisseuren mit entsprechenden Theaterschauspielern verfilmt wurden. Er überzeugte den Theaterkönig Max Reinhardt, die Filme "Die Insel der Seligen" und Eine venezianische Nacht (1913, mit Alfred Abel) zu inszenieren.
Davidson führte als Gegensatz zu Henny Porten den dänischen Superstar Asta Nielsen in die deutsche Filmlandschaft ein und engagierte zudem ihren Ehemann und Regisseur Urban Gad. Zur gleichen Zeit entstand in Berlin auch das erste deutsche Filmstudio.
Als der erste große künstlerische Film wird Max Macks Der Andere (1913) bezeichnet, in dem der große Theatermime Albert Bassermann die Hauptrolle verkörperte. Als Paul Wegener ebenfalls 1913 mit dem Film Der Student von Prag (1913) in den Kinos erschien, verblüffte er die Zuschauer mit seiner Doppelrolle und dem zweimaligen Erscheinen in der gleichen Szene. Er wurde der Vorreiter des phantastischen Films mit weiteren Höhepunkten des Kinos mit der Trilogie Der Golem (1915), Der Golem und die Tänzerin (1917, mit Wilhelm Diegelmann) und Der Golem, wie er in die Welt kam (1920, 2002 viragiert, mit Ernst Deutsch).
Der Haupteil des frühen deutschen Films machten sogenannte Komödien, Melodramen und die äußerst populären Detektivfilme aus, die letzten oft als Fortsetzungsfilme inszeniert.
Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges gab es einen Importstop für ausländische Filme und die deutsche Filmindustrie blühte regelrecht auf. In diesen Jahren wurde die Anzahl produzierter Filme verzehnfacht und von 25 auf 250 Filme pro Jahr gesteigert. Die dominanten Filmgesellschaften waren die 1916 von der Regierung gegründete "Deutsche Lichtspiel-Gesellschaft (Deulig) und die 1917 aus der Zusammenlegung von Messter, Davidson und der Nordisk entstandenen "Universum Film AG (UFA).
Auch nach Beendigung des Krieges florierte der deutsche Film der 20er Jahre und brachte einige der bedeutendsten Filmemacher wie Fritz Lang, Paul Leni und Erich Pommer hervor.
Die großen Erfolge nach dem Krieg hießen "Carmen" (18), Veritas Vincit (1919, von Joe May, mit Max Gülstorff als Wilddieb), Die Spinnen (1. Teil: Der goldene See (1919), 2. Teil: Das Brillantenschiff, 1920 jweils von Fritz Lang und mit Lil Dagover als Sonnenpriesterin und Ressel Orla als Lio Sha) oder Herrin der Welt (1919/1920, 8 Teile, alle mit Mia May als Maud). Als die Zensur vorübergehend abgeschafft wurde, entstand eine ganze Reihe von sogenannten Aufklärungsfilmen, wo vor allem der Regisseur Richard Oswald eine Vorreiterrolle einnahm.
Internationale Anerkennung erhielt der deutsche Film wieder mit Madame DuBarry (1919, von Ernst Lubitsch, u.a. mit Emil Jannings, als König Louis XV., Eduard von Winterstein als Graf Jean Dubarry und Reinhold Schünzel als Minister Choiseul) und vor allem der expressionistische Film "Das Kabinett des Dr Caligari" (19).
Die 20er Jahre brachten eine Vielzahl von Filmen und Genres hervor, es seien hier nur Arnold Fancks "Bergfilme" wie "Das Wunder des Schneeschuhs" (20) und Der heilige Berg (1926, mit Leni Riefenstahl als Diotima), die Scherenschnittfilme von Lotte Reiniger, die Action-Filme mit einem großartigen Harry Piel und die Historienfilme - allen voran jene um Friedrich dem Großen mit einem genialen Otto Gebühr in der Hauptrolle (Fridericus Rex (1922, von Arzén von Cserépy), Die Mühle von Sanssouci (1926, von Siegfried Philippi)).
Speziell in der 2. Hälfte der 20er Jahre entwickelte sich der Trend hin zu Filmen sachlichen Inhalts. G.W. Pabst leitete diesen neuen Trend mit Die freudlose Gasse (1925, u.a. mit Asta Nielsen und Greta Garbo) ein, dem Filme wie K. 13513 - Die Abenteuer eines Zehnmarkscheins (1926, von Berthold Viertel, u.a. mit Margo Lion in ihrem Debüt als Bufettdame), "Berlin - Die Sinfonie der Grossstadt" (27) und "Menschen am Sonntag" (29) folgten. Doch auch der wohl populärste Film der 20er Jahre - Metropolis (1927, von Fritz Lang, 2001 digital bearbeitet) - fiel in diese Zeit, ein fantastischer Science-Fiction-Film mit gesellschaftskritischem Ton.
Die glorreiche Ära des deutschen Films wurde ab 1929 durch den aufkommenden Tonfilm beendet und von einer neuen Darstellungs- und Inszenierungskunst abgelöst, in der in der Anfangszeit vor allem Musicals vorherrschten.
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